Kontaktlinsenträger:innen kennen sie gut: Protein-Entfernungstabletten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Kontaktlinsenpflege, insbesondere bei formstabilen Linsen oder bei Träger:innen mit erhöhter Proteinablagerung. Umso größer ist derzeit die Verunsicherung, da viele dieser Tabletten am Markt nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar sind.
Während des Tragens von Kontaktlinsen lagern sich Proteine aus der Tränenflüssigkeit auf der Linsenoberfläche ab. Diese Ablagerungen können:
den Tragekomfort deutlich reduzieren
die Sehqualität beeinträchtigen
Reizungen oder Entzündungen begünstigen
die Lebensdauer der Kontaktlinsen verkürzen
Protein-Entfernungstabletten sorgen durch enzymatische Reinigung dafür, dass diese Rückstände effektiv gelöst werden – etwas, das mit herkömmlichen All-in-One-Lösungen oft nicht vollständig gelingt.
Die Ursachen für die Nichtverfügbarkeit sind vielfältig und teilweise miteinander verknüpft:
1. Produktions- und Lieferkettenprobleme
Globale Engpässe bei Rohstoffen, gestiegene Produktionskosten und logistische Herausforderungen haben in den letzten Jahren viele medizinische und optische Produkte betroffen – Protein-Entfernungstabletten bilden hier keine Ausnahme.
2. Geringere Nachfrage
Durch den zunehmenden Einsatz moderner Silikon-Hydrogel-Linsen und verbesserter All-in-One-Pflegelösungen ist die Nachfrage nach separaten Enzymtabletten zurückgegangen. Für einige Hersteller ist die Produktion wirtschaftlich kaum noch attraktiv.
3. Regulatorische Anforderungen
Strengere regulatorische Vorgaben für Medizinprodukte führen dazu, dass Produkte neu zertifiziert oder reformuliert werden müssen. Nicht jeder Hersteller entscheidet sich, diesen Aufwand weiterzuführen.
Für viele Nutzer:innen bedeutet die Nichtverfügbarkeit eine Umstellung der Pflegeroutine. Besonders Menschen mit empfindlichen Augen oder hoher Proteinablagerung spüren die Auswirkungen schnell. Häufige Beschwerden sind:
schnelleres „Trockenheitsgefühl“
verminderter Tragekomfort
kürzere tägliche Tragezeit
Auch wenn Protein-Entfernungstabletten fehlen, gibt es einige Alternativen:
Peroxid-Pflegesysteme: Sie bieten eine sehr gründliche Reinigung und sind für viele Linsentypen geeignet.
Intensivreiniger: Mechanische Reinigung in Kombination mit speziellen Reinigungslösungen kann Ablagerungen reduzieren.
Häufigerer Austausch der Linsen: Bei weichen Kontaktlinsen kann ein kürzeres Austauschintervall helfen.
Die Nichtverfügbarkeit von Protein-Entfernungstabletten ist mehr als nur ein kleines Ärgernis – sie betrifft Komfort, Augengesundheit und gewohnte Pflegeroutinen. Umso wichtiger ist es, sich gut beraten zu lassen und alternative Pflegelösungen zu finden, die den individuellen Bedürfnissen entsprechen. Auch wenn ein bekanntes Produkt fehlt, muss niemand auf gesunde und komfortable Kontaktlinsen verzichten.
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